- disgprofil.eu
- Was ist DiSG®?
- Team & Zusammenarbeit
„Aber das habe ich doch gesagt.“ Warum selbst gute Teams aneinander vorbeireden
Wenn Ihr Team trotz guter Leute aneinander vorbeiredet, liegt es selten am Können und meist an unterschiedlichen Arbeits- und Kommunikationsweisen. Dieser Artikel zeigt, wie Sie diese Unterschiede besprechbar machen. Everything DiSG®, ein Verhaltensprofil für die Zusammenarbeit, beschreibt für jede Person, wie sie arbeitet und kommuniziert. Ein Fall aus der Chemiebranche zeigt, was sich dadurch ändert und wann sich der Aufwand nicht lohnt.
Von Karl Kaiblinger
DiSG®-Stil i · DiSG® Mastertrainer Europe, begleitet seit über 30 Jahren Teams in mehr als 350 Unternehmen.
Die Bedenken kommen nach dem Meeting. Im Flur, zu zweit, in einem Ton, den vorher niemand hatte. Drinnen waren alle einverstanden, doch drei Wochen später existieren zwei Versionen des Auftrags. Und die Teamleitung, die ihn erteilt hat, sagt einen Satz, den ich gut kenne: „Aber das habe ich doch gesagt.“
Der häufigste Satz nach einem Missverständnis lautet: „Das habe ich doch gesagt.“ Meistens stimmt das sogar — nur ist es anders angekommen.
Wenn es in Ihrem Team immer wieder zwischen denselben Menschen hakt, obwohl beide gut sind in dem, was sie tun, finden Sie hier drei Dinge: warum das passiert, wie Sie es mit Ihrem Team besprechbar machen, und woran Sie erkennen, ob sich ein Profil dafür lohnt.
Kapitel 1 von 5Warum
Warum reden selbst gute Teams aneinander vorbei?
Weil Menschen unterschiedlich kommunizieren, entscheiden und mit Druck umgehen, und weil jeder seine eigene Art für die normale hält. Mit Können hat das wenig zu tun. Teams scheitern auch an unklaren Zielen oder fehlenden Ressourcen, und dagegen hilft kein Profil. Die Fälle, um die es mir hier geht, sehen anders aus. Informationen kommen zu spät an. Der Auftrag war klar, die Umsetzung ist es nicht. Meetings enden ohne eine Vereinbarung, die jemand aufschreiben konnte.
Ich begleite als DiSG® Mastertrainer Europe seit über dreißig Jahren Teams, inzwischen in mehr als 350 Unternehmen, und eine der Ursachen bringe ich auf einen Satz. Führungskräfte formulieren ihre Botschaft meist so, wie sie diese selbst am liebsten hören würden. Wie das wirkt, zeigt eine alltägliche Szene. Eine Geschäftsführerin sagt in der Runde ihrer vier Bereichsleitungen: „Wir müssen schneller werden.“ Alle vier nicken, gehört haben sie Verschiedenes. Der Erste hört einen Auftrag. Die Zweite fragt sich, worauf sich das stützt. Der Dritte denkt an sein Team, die Vierte daran, wen sie dafür gewinnen muss.
Derselbe Satz ist also viermal verschieden angekommen, und keine dieser Fassungen ist falsch. Zwischen zwei Menschen, die eng zusammenarbeiten, sieht dasselbe Muster oft so aus. Der eine drückt aufs Tempo, die andere wird still. Er hält sie für blockierend, sie hält ihn für rücksichtslos. Beide sehen richtig, was der andere tut — und deuten es falsch.
Kapitel 2 von 5Das Profil
Was zeigt ein Everything DiSG®-Profil über diese Unterschiede?
Es zeigt jeder Person, wie sie selbst arbeitet und kommuniziert und wie ihr Stil auf andere wirken kann. Grundlage ist ein Fragebogen, den jede Person in 10 bis 15 Minuten online ausfüllt und der sich beim Ausfüllen ihren Antworten anpasst. Ich beschreibe ihn deshalb als den lernenden Fragebogen. Der Bericht beschreibt danach nicht einen Typ, sondern diese eine Person: ihren Punkt in einem Kreis aus vier Grundstilen (dominant, initiativ, stetig, gewissenhaft), ihre Prioritäten, ihre Stressauslöser und wie man sie am besten erreicht. Ein Profil sagt nichts darüber, ob jemand gut ist. Es sagt, wie er gut ist, also auf welchem Weg er zu guten Ergebnissen kommt.
Wie verschieden zwei Menschen sein können, die auf den ersten Blick ähnlich arbeiten, sehe ich im Seminar, wenn zwei Teilnehmende mit demselben Grundstil ihre Berichte nebeneinanderlegen. Sie entdecken andere Prioritäten, andere Auslöser, andere Wirkung.
Für zwei Menschen, zwischen denen es hakt, lässt sich dieser Vergleich auch gezielt anstellen. Dafür gibt es den Vergleichsbericht. Er legt beide Profile nebeneinander und zeigt Gemeinsamkeiten, Unterschiede und worauf beide in der Zusammenarbeit achten können. Im Seminar erlebe ich immer wieder denselben Moment, in dem das greift. Jemand erklärt, wie er eine Information formuliert, und ein Kollege sagt, so hätte er sie nie verstanden. Obwohl beide seit Jahren zusammenarbeiten. Gelöst ist in diesem Moment noch nichts. Aber zum ersten Mal reden zwei darüber, was angekommen ist, und nicht darüber, wer schuld ist.
Kapitel 3 von 5Im Team
Was ändert sich, wenn ein ganzes Team damit arbeitet?
Vor allem, wo Entscheidungen fallen und wie Bedenken auf den Tisch kommen. Das zeigt ein Fall aus der Chemiebranche, den wir von disgprofil.eu begleitet haben.
Ein produzierendes Unternehmen hatte teure Meetings und seltene Entscheidungen. Alle im Team füllten den Everything DiSG®-Fragebogen aus und sahen danach zum ersten Mal ihre Teamansicht, auf der alle Profile nebeneinander stehen: wer redet, wer verstummt, wessen Bedenken untergehen. Dann begann die eigentliche Arbeit, und sie dauerte Wochen. Die Führung klärte Rollen neu, änderte, wie Informationen vor Entscheidungen verteilt werden, und moderierte ihre Runden anders, in mehreren Anläufen. Das Profil traf keine dieser Entscheidungen. Es zeigte, wo anzusetzen war.
Nach einigen Monaten rechnete der Kunde in einer gemeinsamen Sitzung mit uns nach und kam auf rund 15 Prozent mehr Teamleistung. Das ist seine eigene Rechnung, nicht durch eine Studie belegt. Verlässlicher beobachten ließ sich das andere: Entscheidungen fallen wieder im Meeting, und die Bedenken landen auf dem Tisch statt im Flur.
Kapitel 4 von 5Klären
Was muss ein Team klären, damit sich etwas ändert?
Vier Fragen, die jedes Team beantworten muss, ganz gleich, wie es besetzt ist. Hinter jedem der vier Grundstile steht ein Bedürfnis, und jedes braucht eine Vereinbarung:
| Unterschiedliche Bedürfnisse | Was das Team klären muss |
|---|---|
| Tempo und Ergebnisorientierung | Wie schnell wollen wir entscheiden? |
| Austausch und Beteiligung | Wie viel Diskussion brauchen wir? |
| Stabilität und Einbindung | Wie gehen wir mit Veränderungen um? |
| Analyse und Qualitätsanspruch | Wann haben wir genug Informationen? |
Ein Team braucht nicht von jedem Stil einen Menschen. Es braucht Antworten auf diese vier Fragen. Wo sie da sind, ändern sich praktische Dinge: Meetingformate, die Auftragsklärung, die Art, wie Bedenken eingeholt werden. Die vier Fragen können Sie schon morgen mit Ihrem Team durchgehen, auch ohne Profil. Wie ein Team-Workshop mit Everything DiSG® abläuft, beschreibt der Beitrag DiSG® für Teams.
Wer diese Fragen mit Profilen angeht, sollte zwei Regeln kennen. Das Profil ist eine Selbstbeschreibung, eine Momentaufnahme dessen, wie jemand sich sieht; die Ergebnisse gehören deshalb der Person. Und im Workshop wird nur über das eigene Profil gesprochen, nie über das eines Abwesenden.
Kapitel 5 von 5Wann es lohnt
Wann lohnt sich Everything DiSG® für ein Team, und wann nicht?
Es lohnt sich, wenn Reibung immer wieder aus unterschiedlichen Arbeitsweisen entsteht und die Führung bereit ist, die Ergebnisse danach in den Alltag zu tragen: in Meetingformate, Auftragsklärung und Feedback. Es lohnt sich nicht, wenn das eigentliche Problem ein ungeklärter Auftrag, fehlende Ressourcen oder ein offener Sachkonflikt ist. Und nicht jeder Fall löst sich im ersten Anlauf; manchmal braucht es weitere Gespräche.
Missverständnisse wird es in Ihrem Team auch danach geben. Der Unterschied liegt in der Frage, die auf „Das habe ich doch gesagt“ folgt: „Und wie ist es bei dir angekommen?“
Trifft das auf Ihr Team zu?
Kommen die entscheidenden Bedenken erst nach dem Meeting? Hakt es immer wieder zwischen denselben Menschen? Enden Besprechungen ohne eine Vereinbarung, die jemand aufschreiben konnte?
Wenn Sie zweimal mit Ja antworten, beginnen Sie mit den vier Fragen aus der Tabelle oben. Hakt es danach weiter, lohnt ein Gespräch. Im kostenlosen Info-Gespräch mit disgprofil.eu schildern Sie die Lage, und wir schlagen Ihnen den passenden Weg vor, mit Angebot: oft einen Team-Workshop mit Everything DiSG®, für den jede Person vorab ihr Profil erhält und nach dem Ihr Team mit Transferfragen in den regulären Besprechungen weiterarbeitet. Wir sagen Ihnen auch, ob Everything DiSG® dafür das richtige Werkzeug ist.
Kostenloses Info-Gespräch vereinbarenIhr Everything DiSG® Partner im DACH-Raum
Key Takeaways
- Wenn gute Teams aneinander vorbeireden, liegt es meist an unterschiedlichen Arbeits- und Kommunikationsweisen, selten am Können.
- Everything DiSG® beschreibt für jede Person, wie sie arbeitet und kommuniziert und wie ihr Stil auf andere wirken kann; ein Vergleichsbericht legt zwei Profile nebeneinander.
- Jedes Team muss vier Fragen klären: wie schnell es entscheidet, wie viel Diskussion es braucht, wie es mit Veränderungen umgeht und wann es genug Informationen hat.
- Es lohnt sich, wenn die Führung die Ergebnisse in Meetings, Auftragsklärung und Feedback trägt; bei unklaren Zielen oder fehlenden Ressourcen hilft kein Profil.
Häufige Fragen
Braucht jedes Teammitglied ein eigenes Profil?
Ja, das empfehle ich. Ein Team hat deutlich mehr davon, wenn nicht nur das Modell erklärt wird, sondern jede Person ihren eigenen Everything DiSG®-Bericht bekommt, mit Feedback, wie ihr Stil auf andere wirken kann. Erst wenn alle Profile vorliegen, entsteht die gemeinsame Teamansicht. Wer den Fragebogen einmal ausgefüllt hat, bekommt spätere Berichte wie den Vergleichsbericht ohne neues Ausfüllen.
Wie schnell zeigt sich eine Wirkung?
Die messbare Wirkung braucht Wochen bis Monate, weil sie aus den Änderungen entsteht, die ein Team danach umsetzt: Meetings, Aufträge, Feedback. Im Fall aus der Chemiebranche lagen mehrere Anläufe zwischen der ersten Teamansicht und dem Ergebnis.
Ersetzt Everything DiSG® ein Kommunikationstraining?
Nein, es bereitet eines vor. Ein Kommunikations- oder Führungstraining, das auf die Arbeit mit den Profilen folgt, greift besser, weil jede Person weiß, was bei ihrem eigenen Stil und bei ihrem Gegenüber den Unterschied macht. Das ist unsere Erfahrung aus der Praxis; eine kontrollierte Messung dazu gibt es nicht.
Karl Kaiblinger · Autor
Karl Kaiblinger ist DiSG® Mastertrainer Europe und 8-facher Träger des Wiley Diamond Award. Seit über 30 Jahren begleitet er Führungskräfte und Teams in mehr als 350 Unternehmen – von ÖBB bis REWE. Seine Beiträge basieren nicht auf Theorie, sondern auf tausenden Trainingstagen: Was in Seminarräumen wirklich funktioniert, steht hier.
Welcher Weg passt zu Ihrem Team?
Schildern Sie uns im kostenlosen Info-Gespräch, was in Ihrer Zusammenarbeit anders werden soll. Sie bekommen danach einen Vorschlag mit Angebot.
Kostenloses Info-Gespräch vereinbarender Everything DiSG® Authorized Partner · 30+ Jahre Erfahrung in 350+ Unternehmen





