Der DiSG®-Kreis: wie aus dem Graphen ein Punkt wurde
Ein Bild statt vier Kurven — und was darin alles steckt.
Bis in die 1990er-Jahre zeigte ein DiSG®-Profil vier Kurven über vier Skalen. Everything DiSG® zeigt stattdessen einen Punkt in einem Kreis, dazu eine Schattierung und acht Begriffe am Rand. Dieselbe Information, nur in einem Bild: Der Punkt sagt, welcher Stil vorliegt und wie deutlich er ausgeprägt ist, die Schattierung sagt, was dieser Person wichtig ist. Auf einem Kreis lassen sich außerdem zwei Menschen und ganze Teams nebeneinander zeigen.
DiSG®-Stil DG · Geschäftsführer von disgprofil.eu, macht Lernsysteme wie Everything DiSG® für Organisationen einfach anwendbar.
Schon seit Jahrzehnten hilft das DiSG®-Modell Menschen dabei, sich selbst und andere besser zu verstehen. Experten finden immer neue Wege, das Modell noch einfacher, noch intuitiver und noch relevanter zu gestalten. Gleichzeitig soll die Aussagekraft weiter steigen, die DiSG® so beliebt gemacht hat.
Dieser Beitrag stellt verschiedene Möglichkeiten vor, mithilfe des DiSG®-Modells Persönlichkeitsmerkmale zu ermitteln und darzustellen. Im Vordergrund stehen die Produkte von Everything DiSG®. Sie setzen auf der dritten Generation der wissenschaftlich bestätigten DiSG®-Selbsteinschätzung auf. Und schließlich werden die Auswirkungen und Vorteile dieses Ansatzes im Vergleich zu den bisherigen Umsetzungen vorgestellt.
Kapitel 1 von 5Graph und Kreis
Warum wurde aus dem Graphen ein Punkt?
Bisher wurde das DiSG®-Modell als Graph dargestellt. Dieses Format wird zum Beispiel im Profil DiSG® Klassisch verwendet und liefert die Einzelwerte auf den vier Skalen D, i, S und G. Der Interpretation dieses Graphen liegt ein klassisches Verhaltensmuster zugrunde, das das gesamte DiSG®-Verhaltensmuster eines Menschen als Mischung aus allen vier Stilen versteht.
Die Darstellung als Graph ist jedoch nur eine von vielen Möglichkeiten, das DiSG®-Modell anzuwenden und den individuellen Stil eines Teilnehmers darzustellen. Die allererste Darstellung eines DiSG®-Modells, veröffentlicht von William Marston in seinem Buch „The Emotions of Normal People“, war ein Kreis.
Besinnt man sich auf die Ursprünge von DiSG®, zeigt sich: Der Kreis ist eine gute Möglichkeit, einem Teilnehmer seine Positionierung im Modell zu zeigen. Intuitiv erfassbar, auf einen Blick. Diese Darstellung wird in allen Berichten von Everything DiSG® verwendet. Der abgebildete Kreis, auch Circumplex genannt, gehört zu einem Teilnehmer mit Schwerpunkt auf dem i-Stil und einer deutlichen Tendenz zum D-Stil.
Würde man den Graphen aus Abbildung 1 in ein Kreisdiagramm umwandeln, wäre das Ergebnis Abbildung 2 sehr ähnlich. In beiden Fällen weist der Teilnehmer sehr hohe Werte im i- und im D-Stil auf und sehr geringe Werte im S-Stil und im G-Stil.
Kapitel 2 von 5Aufbau
Wie funktioniert der DiSG®-Kreis?
Die Kreisdarstellung bereitet die Daten einfach und intuitiv erfassbar auf. Trotzdem liefert sie auf einen Blick eine Fülle von Informationen über den DiSG®-Stil eines Menschen.
Die Lage des Punktes
Jeder der vier Hauptstile D, i, S und G ist in drei Abschnitte unterteilt. Im Modell von Everything DiSG® ergeben sich damit zwölf mögliche Bereiche für die Position des Punktes. Die Lage des Punktes im Kreissektor gibt den DiSG®-Stil der Person an. Zwar trägt jeder Mensch etwas von allen vier Stilen in sich, die meisten neigen jedoch stärker zu einem oder zwei Stilen.
So zeigt Abbildung 3 einen Teilnehmer mit Schwerpunkt im G-Stil, aber auch einer deutlichen Tendenz zum D-Stil. Hätte dieser Teilnehmer DiSG® Klassisch ausgefüllt, wäre er vermutlich beim Verhaltensmuster des Eroberers gelandet, einer Mischung aus G- und D-Stil. Oder beim Objektiven Denker, hauptsächlich G-Stil.
Der Abstand eines Punktes zum Rand des Kreises weist darauf hin, in welchem Maße diese Person wahrscheinlich mit den Eigenschaften ihres Stils übereinstimmt. Liegt der Punkt nahe am Rand, sind die Eigenschaften des betreffenden Stils bei dieser Person wahrscheinlich stark ausgeprägt. Liegt er zwischen Rand und Mitte, ist die Übereinstimmung mittelstark ausgeprägt. Liegt er eher bei der Mitte, bedeutet das eine gering ausgeprägte Übereinstimmung.
Schattierung und Prioritäten
Die Lage des Punktes und der DiSG®-Stil sagen schon recht viel über einen Teilnehmer aus, aber auch die Schattierung ist wichtig. Die acht Wörter rund um das Everything DiSG®-Diagramm werden als Prioritäten bezeichnet: Dies sind die Aspekte, die einer Person besonders wichtig sind.
Je näher die Schattierung einer Priorität kommt, desto wichtiger ist dieser Bereich dem Teilnehmer vermutlich. Jeder Mensch hat mindestens drei Prioritäten, manche haben auch vier oder fünf. Die drei Begriffe, die dem Punkt am nächsten liegen, sind die Hauptprioritäten. Die individuelle Schattierung zeigt, ob eine Person noch ein oder zwei weitere Prioritäten hat.
Solche zusätzlichen Prioritäten sind, wie in Abbildung 4 gezeigt, durch eine gestreifte Schattierung dargestellt. In diesem Beispiel handelt es sich um eine Person mit dem i-Stil und den Prioritäten Aktion, Begeisterung und Zusammenarbeit. Die Schattierung erstreckt sich aber bis zur Genauigkeit, die für den i-Stil eigentlich nicht charakteristisch ist.
Drei Dinge stehen in einem Bild: wo der Punkt liegt, wie weit er von der Mitte entfernt ist und wohin die Schattierung reicht. Stil, Ausprägung und Prioritäten, ohne eine einzige Zahl.
Kapitel 3 von 5Nutzen
Welche Vorteile bietet die Kreisdarstellung?
Beziehungen
Ein besonders wertvoller Vorteil des DiSG®-Kreises ist die visuell einleuchtende Darstellung der Beziehungen zwischen zwei Menschen. So sind auf dem Diagramm in Abbildung 5 die Teilnehmerin als Punkt und ein Kollege als Stern eingetragen.
So kann die Teilnehmerin direkt erkennen, wo zwischen ihr und ihrem Kollegen Gemeinsamkeiten und Unterschiede bestehen. Zwar ist die Priorität Aktion beiden gemeinsam und beide sind eher schnell und geradlinig, aber es gibt auch deutliche Unterschiede. Die Teilnehmerin konzentriert sich auf Ergebnisse und Herausforderung und reagiert daher auf die Vorschläge anderer wahrscheinlich eher skeptisch und hinterfragend. Der Kollege legt eher Wert auf Begeisterung und Zusammenarbeit. Ihm ist wichtig, alle zu beteiligen und einen guten Teamgeist zu schaffen.
Mithilfe dieses Diagramms kann die Teilnehmerin sehen, wo sie und ihr Kollege einander ergänzen und wo Schwierigkeiten in der Zusammenarbeit auftreten können. Mit dem Graphen lassen sich zwar ebenfalls zwei Profile vergleichen, aber um die Ergebnisse dieses Vergleichs zu verstehen, sind weitaus mehr Interpretation und Erläuterungen notwendig. Natürlich wird ein Trainer noch immer viele wertvolle Details beisteuern, aber die Teilnehmer können mit den Daten selbst schon unmittelbar etwas anfangen.
Gruppendynamik
Das Kreisdiagramm ermöglicht den Teilnehmern außerdem, die Zusammensetzung ihrer Gruppe schnell zu erfassen und die Auswirkungen dieser Zusammensetzung zu erkennen.
So gibt es in dem Team aus Abbildung 6 eine überproportional große Anzahl von Mitgliedern mit dem G-Stil. Daraus lässt sich ableiten, dass in diesem Team ein außerordentlich hoher Wert auf Genauigkeit und Kontrolle der Qualität gelegt wird. Aber auch einige mögliche Schwächen der Gruppe sind erkennbar. Da wahrscheinlich fast alle Mitglieder sorgfältig und mit gleichbleibendem Tempo arbeiten, mangelt es dem Team möglicherweise häufig an Aktion und Zielstrebigkeit. Und da kaum Priorität auf Ergebnisse gelegt wird, verpasst dieses Team möglicherweise gute Gelegenheiten.
Schon ein einziger Blick auf das Diagramm sagt viel über die Frustrationen, die einige Teammitglieder möglicherweise erleben. So fühlen sich die beiden Personen im i-Quadranten möglicherweise in mancherlei Hinsicht fremd und vom Rest des Teams missverstanden.
Anpassung und Stress
Seit vielen Jahren verdeutlichen Berater, Coaches und Trainer Menschen anhand von DiSG®, dass sie ihren Stil mitunter an unterschiedliche Menschen und Situationen anpassen müssen. Die Profile von Everything DiSG® zeigen den Teilnehmern anhand von Schattierungen, in welchen Bereichen des Diagramms sie mit Schwierigkeiten rechnen müssen. Das Diagramm in Abbildung 7 gehört beispielsweise zu einer Managerin, die eindeutig Vertreterin des G-Stils ist.
Anhand dieses Diagramms kann sie schnell erkennen, in welchen Situationen sie sich anstrengen muss, weil Fähigkeiten gefordert sind, die sie von Natur aus weniger mitbringt. Sie kann sehen, dass zum Beruhigen eines verärgerten Mitarbeiters ein stärker unterstützendes und akzeptierendes Verhalten gefordert ist, als normalerweise zu ihrem Repertoire gehört. Die Schattierung zeigt ihr außerdem, dass dieses Verhalten außerhalb ihrer Komfortzone liegt. Muss sie es häufiger tun, wird sie es als Stress empfinden.
Vor ausgesprochen dynamischen und ergebnisorientierten Führungskräften braucht sie eine andere Art der Anpassung. Dann muss sie mehr Tempo an den Tag legen und ihre Vorstellungen klarer herausstellen. Mit genügend Berufserfahrung gelingt ihr das sicherlich, aber durch dieses Diagramm wird ihr klar, warum es so viel Energie kostet.
Ineinandergreifen der vier Stile
Anstatt die vier Stile als vier eigenständige Wesenszüge zu behandeln, gibt die Kreisdarstellung die in Wirklichkeit fortlaufenden Übergänge des Modells viel besser wieder. So macht es einen merklichen Unterschied, ob jemand einen reinen D-Stil oder einen Di-Stil hat. Die D-Eigenschaften drücken sich jeweils unterschiedlich aus, denn die vier Stile sind nicht unabhängig voneinander.
Ganz klar ist dies ein Fall, bei dem das Ganze mehr ist als die Summe seiner Teile. Schon Marston hat das erkannt: Er verglich den DiSG®-Kreis mit dem Farbenkreis, in dem die Farben ebenfalls nahtlos ineinander übergehen. Rot und Blau ergeben dort Violett, eine eigenständige Farbe mit eigenen, typischen Eigenschaften.
Die Selbsteinschätzung DiSG® Klassisch verwendet die klassischen Verhaltensmuster, um dieses Ineinandergreifen wiederzugeben. So beschreibt das Verhaltensmuster des Motivators jemanden, der hohe Anteile des D- und des i-Stils hat. Auch die kreisförmige Darstellung gibt das wieder, allerdings optisch einfacher erfassbar. Die Teilnehmer können klar erkennen, wie die Stile ineinander übergehen, und was das für sie persönlich bedeutet.
Gut zu merken
Einer der Faktoren, die das DiSG®-Modell im Laufe der Jahre so erfolgreich gemacht haben, ist die einfache und leicht zu merkende Darstellung. Man könnte ein Profil auch mit 20, 50 oder sogar 100 verschiedenen Skalen anlegen. Es enthielte dann eine Fülle von Informationen und wäre praktisch doch kaum von Nutzen. Es wäre so komplex, dass sich seine Nutzer die Daten nicht merken könnten. Und das würde dazu führen, dass die Informationen weitaus seltener in die Praxis umgesetzt würden.
Schon der Graph hat sich als sehr leistungsstark erwiesen, aber die Kreisdarstellung ist noch intuitiver, noch besser zu merken und liefert dieselbe Informationsfülle. Die Teilnehmer müssen sich nicht mehr mit vier unterschiedlichen Skalen beschäftigen, sondern erhalten alle Informationen aus einem einzigen Diagramm.
Psychologen wissen schon lange, dass Menschen sich Dinge viel leichter merken können, wenn ihnen diese zu „mundgerechten Happen“ zusammengefasst präsentiert werden. Mit der Kreisdarstellung müssen sich die Teilnehmer nur noch ein zusammengefasstes Ergebnis merken, nicht mehr vier Einzelergebnisse. Das mag nach einem unwesentlichen Unterschied klingen, aber es wurde in vielen Studien belegt, dass sich dieses Zusammenfassen erheblich auf die Merkbarkeit auswirkt. Wenn das Modell leichter zu merken ist, steigt sein Nutzen für die praktische Anwendung.
Verschiedene Anwendungsbereiche
Ein großer Wert des DiSG®-Modells liegt auch darin, dass es Menschen die Worte zur Verfügung stellt, um über ihre Unterschiede zu reden. Mit diesem Modell verstehen Menschen ihre Unterschiede nicht nur leichter, sondern lernen auch, diese zu schätzen. In einer immer stärker wettbewerbsorientierten Wirtschaftswelt möchten Unternehmen jedoch immer öfter noch mehr Nutzen aus DiSG® ziehen. Deshalb stehen die Selbsteinschätzungen und Programme von Everything DiSG® heute routinemäßig im Einsatz. Sie schulen wichtige Fähigkeiten im Umgang mit anderen: im Management, im Vertrieb, in der Mitarbeiterführung und in der Kommunikation.
Das Diagramm in Abbildung 8 stammt aus einem Everything DiSG® Workplace-Profil. Die um den Kreis herum angeordneten Begriffe beschreiben die Prioritäten von Menschen mit unterschiedlichen Stilen. Ein Teilnehmer mit Schwerpunkt im S-Stil legt vermutlich großen Wert auf Stabilität und die gemeinsame Erledigung von Aufgaben, wobei er seine Kollegen gerne unterstützt. Er kann schnell erkennen, dass ein Kollege mit Schwerpunkt im D-Stil ganz andere Prioritäten hat und er seinen natürlichen Stil bei der Zusammenarbeit anpassen muss.
Solche Anwendungsformen ersparen den Teilnehmern die Beschäftigung mit abstrakten Theorien über Persönlichkeit und Verhalten, mit denen sie in ihrer Situation konkret nichts anfangen können. Außerdem können sie ohne Schwierigkeiten erfassen, wie DiSG® ihnen bei ihren Zielen und ihrer Persönlichkeitsentwicklung helfen kann.
Sie wollen den Kreis an Ihrem eigenen Team sehen?
Im kostenlosen Info-Gespräch ordnen wir ein, welche Darstellung bei Ihnen im Einsatz ist, und schlagen den passenden Weg vor: einen Workshop mit einem ersten Team, die schrittweise Einführung im Unternehmen oder die Zertifizierung, damit Sie selbst damit arbeiten.
Kostenloses Info-Gespräch vereinbarenKapitel 4 von 5Messung
Wie wird die Lage im Kreis ermittelt?
In der Selbsteinschätzung DiSG® Klassisch erhalten die Teilnehmer 28 Auswahlmöglichkeiten mit je vier Begriffen. Sie müssen also insgesamt 112 Begriffe bewerten. Bei jeder Auswahlmöglichkeit müssen sie den Begriff auswählen, der am besten zu ihnen passt, und den, der am wenigsten zu ihnen passt. Durch diesen Aufbau soll vermieden werden, dass Antworten nur deshalb gewählt werden, weil sie sozial erstrebenswert sind.
Bei Everything DiSG® bekommen die Teilnehmer eine Reihe von Aussagen vorgelegt. Auf einer fünfstufigen Skala geben sie an, wie sehr sie zustimmen. Abbildung 9 zeigt dieses Format der Fragestellung.
Warum der Bogen nachfragt
Da Everything DiSG® elektronisch ausgewertet wird, kann der Bewertungsalgorithmus die soziale Komponente in den Antwortmöglichkeiten automatisch anpassen. Bei diesem Format erhalten die Teilnehmer eine größere Freiheit, die Fragen so zu beantworten, wie es ihrer Persönlichkeit wirklich entspricht. Deshalb finden die meisten Teilnehmer die Selbsteinschätzung Everything DiSG® einfacher durchzuführen als DiSG® Klassisch.
Die Selbsteinschätzung setzt ein adaptives Testverfahren ein, bei dem die Fragen individuell auf den Teilnehmer zugeschnitten werden. Dadurch müssen Teilnehmer, deren Antworten auf bestimmte Fragen nicht zueinander passen, zusätzliche Fragen beantworten. Auf diese Weise können Stil und Punktlage präziser bestimmt werden, so dass der Teilnehmer ein noch stärker individuelles und damit nützlicheres Ergebnis erhält.
Wenn der Teilnehmer die Selbsteinschätzung beendet hat, wird das Profil erstellt. Jede Aussage wird einer der acht DiSG®-Varianten zugewiesen: D, Di, i, iS, S, SG, G oder GD. Dann wird die Position im Kreis berechnet. Rund um den Kreis stehen acht Varianten zur Verfügung, bei DiSG® Klassisch waren es vier Skalen. Damit wird die Aussage über den Stil präziser. Der Teilnehmer kann nicht nur der S- oder der G-Skala zugeordnet werden, sondern es gibt mit S, SG und G sogar drei Möglichkeiten.
Acht Skalen statt vier, dazu Rückfragen bei unklaren Antworten: Deshalb lässt sich der Punkt so genau setzen, dass daraus ein persönlicher Bericht werden kann.
Kapitel 5 von 5Klassische Muster
Was wurde aus den klassischen Verhaltensmustern?
Die Profile von Everything DiSG® orientieren sich nicht mehr am klassischen Verhaltensmuster. Ein Trainer entnimmt dem Kreis trotzdem mit einem Blick dieselben Informationen. So gilt das Verhaltensmuster des Motivators bei der klassischen Auswertung für Teilnehmer, die hohe Werte auf der D- und der i-Skala haben. Untersuchungen haben gezeigt, dass diese Auswertungen bei einer Kreisdarstellung größtenteils den Punkt oben im Kreis haben, wo der D- und der i-Quadrant zusammenstoßen. Und die meisten Teilnehmer mit dem Verhaltensmuster des Eroberers haben ihren Punkt eher auf der linken Seite, wo der G- und der D-Quadrant zusammenstoßen.
Leistungsmensch und Kalkulierer
Die meisten Fragen wirft der Übergang bei zwei Mustern auf: Leistungsmensch und Kalkulierer. Beide beschreiben Menschen mit hohen Werten in je zwei Stilen, die einander im Kreis gegenüberliegen. Das Muster des Leistungsmenschen ist eine Kombination aus D- und S-Stil, das des Kalkulierers aus i- und G-Stil.
Zunächst einmal darf man nicht vergessen, dass diese beiden Verhaltensmuster die seltensten sind. Schon das Modell selbst geht davon aus, dass nur wenige Menschen hohe Werte bei zwei derart gegensätzlichen Stilen erzielen. Dazu kommt, dass diese Muster in etlichen Fällen nur fälschlicherweise aufgrund von Messfehlern ermittelt werden. Es gibt jedoch tatsächlich Menschen, die DiSG® Klassisch im Laufe der Jahre mehrmals durchgeführt und immer wieder eines dieser Muster erhalten haben. Trägt man ihre Ergebnisse im Kreis ein, liegt der Punkt in der Regel relativ nahe an der Mitte.
Wie stellt sich ein solches Muster im Kreis von Everything DiSG® dar? Die drei Begriffe um den Kreis herum, die dem Punkt am nächsten liegen, sind die Hauptprioritäten. Die individuelle Schattierung zeigt an, ob die Teilnehmer außerdem Prioritäten aus anderen Bereichen haben. In der Auswertung werden die Teilnehmer zwar immer noch einem einzelnen Stil zugeordnet, erhalten bei Bedarf aber noch bis zu zwei zusätzliche Prioritäten. Jemand mit dem i-Stil hat seine Prioritäten meist bei Aktion, Begeisterung und Zusammenarbeit. Bei Bedarf kommt die Priorität Genauigkeit aus dem Bereich G dazu, wie in Abbildung 4.
Fazit
Die Darstellung als Graph, wie sie bei DiSG® Klassisch verwendet wird, ist nach wie vor eine sehr aussagekräftige Darstellung. Das Kreisdiagramm eröffnet aber ganz neue Möglichkeiten. Mit dieser Darstellung verstehen die Teilnehmer rasch die Beziehungen im Modell und erkennen gruppendynamische Muster. Everything DiSG® unterstützt sie auch bei der Erkenntnis, in welchen Bereichen ihres Lebens sie sich eventuell mehr anstrengen müssen und welchen Stress das verursacht.
Der wichtigste Vorteil ist aber ein anderer: Die Teilnehmer erfassen ihr Ergebnis intuitiv und merken es sich leichter. Wichtige Details gehen dabei nicht verloren. Genau darum geht es bei der Arbeit mit DiSG®: Was Menschen behalten, können sie am Montag anwenden.
Grundlage dieses Beitrags ist das Dokument „Von DiSG® Klassisch zu Everything DiSG®: Wie aus meinem Graphen ein Punkt wurde“ von Inscape Publishing, heute John Wiley & Sons. Das Original als PDF.
Häufige Fragen
Was bedeutet der Punkt im DiSG®-Kreis?
Die Lage im Kreissektor gibt den DiSG®-Stil an. Der Abstand zur Mitte zeigt, wie stark die Eigenschaften dieses Stils bei der Person ausgeprägt sind: Je näher der Punkt am Rand liegt, desto deutlicher.
Wofür steht die Schattierung im Diagramm?
Für die Prioritäten. Die acht Begriffe rund um den Kreis beschreiben, worauf Menschen ihre Energie richten. Je näher die Schattierung einem Begriff kommt, desto wichtiger ist dieser Bereich. Jeder Mensch hat mindestens drei Prioritäten, manche vier oder fünf.
Wie viele Stile gibt es im Kreis von Everything DiSG®?
Zwölf. Jeder der vier Hauptstile ist in drei Abschnitte unterteilt, so dass sich zwölf mögliche Bereiche für die Position des Punktes ergeben.
Kann ich einen alten Graphen in den Kreis übertragen?
Ungefähr. Wandelt man einen Graphen in ein Kreisdiagramm um, liegt der Punkt dort, wo die hohen Werte liegen. Die Schattierung und die Prioritäten entstehen aber erst aus den acht Skalen der Selbsteinschätzung Everything DiSG®, die der Graph nicht misst.
Was ist aus den fünfzehn klassischen Verhaltensmustern geworden?
Sie sind im Kreis wiederzufinden, auch wenn die Profile sich nicht mehr daran orientieren. Der Motivator liegt oben, wo D- und i-Quadrant zusammenstoßen, der Eroberer links zwischen G und D. Die seltenen Muster Leistungsmensch und Kalkulierer liegen meist nahe an der Kreismitte.
Sie wollen wissen, was Ihr Punkt über Ihre Zusammenarbeit sagt?
Im kostenlosen Info-Gespräch sehen wir uns Ihre Ausgangslage an und schlagen den passenden Weg vor: vom Workshop mit einem ersten Team bis zur eigenen Zertifizierung.
Kostenloses Info-Gespräch vereinbarendisgprofil.eu ist Ihr Everything DiSG® Partner im DACH-Raum.
Philipp Kaiblinger · Autor
Philipp Kaiblinger ist Geschäftsführer von disgprofil.eu und planspielzentrum.eu. Seine Aufgabe: weltweit führende Lernsysteme für Organisationen einfach anwendbar machen — von Everything DiSG® bis zu Businesssimulationen.





