Karl Kaiblinger_DiSGHier schreibt DiSG® Mastertrainer Karl Kaiblinger über interessante Aspekte, Anwendungsgebiete und Erfolge des weltweit genutzen Persönlichkeitsprofils DiSG®.

Nein, es geht nun nicht um Umsätze, nicht um Strategiemeetings oder die neueste Social Media-Plattform. Die Teamarbeit verschafft Ihrem Unternehmen den größten Vorteil am Markt. Warum? Nur wenn es die Führungskraft schafft, dass alle MitarbeiterInnen am selben Strang, in dieselbe Richtung ziehen, besteht man auf jedem Markt, gegen jede Konkurrenz.

Ich möchte Ihnen in diesem Blogbeitrag einen kurzen, einfachen und sofort anwendbaren Ratgeber auf dem Weg zu außergewöhnlich guter Teamarbeit bereitstellen. Egal, ob Sie ein kleines Team führen oder mehrere tausend Mitarbeiter eines internationalen Unternehmens – echte Teamarbeit bringt uns alle weiter.

Über Teamwork wird wenig gesprochen. Die meisten meiner Kunden möchten Workshops zu Führung oder Verkauf. Die Gefahr von dysfunktionalen Teams bleibt dabei oft unentdeckt. Viele Unternehmen scheinen den eigentlichen Erfolgsfaktor für Unternehmenserfolg nicht zu kennen: Echte Teamarbeit. „Ist ja nicht so schwer“, höre ich bereits einige meiner LeserInnen sagen. „Bei uns verstehen sich alle blendend, wir haben nie Konflikte“, sagen die anderen nun vielleicht.

Die fünf Dysfunktionen eines Teams

Echtes Teamwork ist auch heutzutage, trotz aller Fortschritte unserer Gesellschaft, so schwierig zu finden, wie eh und je. Die fünf Dysfunktionen eines Teams lauern überall und stellen gefährliche Stolpersteine dar. Patrick Lencioni spricht hierbei von folgenden fünf Punkten:

  1. Fehlendes Vertrauen
  2. Scheu vor Konflikten
  3. Fehlendes Engagement
  4. Scheu vor Verantwortung
  5. Fehlende Ergebnisorientierung

Wer denkt, dass nur ein Punkt noch keinen großen Schaden anrichten kann, irrt. Die fünf Dysfunktionen eines Teams bauen aufeinander auf und sind unmittelbar miteinander verknüpft. Wie der Bruch einzelner Glieder einer Kette zeigen sich Verschlechterungen der Teamleistung, wenn schon eine einzelne Dysfunktion heranwächst. Das alles mag simpel in der Theorie klingen, ist aber in der Praxis deutlich schwieriger.

Woran erkennen Sie die fünf Dysfunktionen?

Fehlendes Vertrauen erkennen Sie im Wesentlichen an der fehlenden Offenheit, die Teammitglieder einander entgegen bringen. Der eindeutigste Indikator hierfür ist das Verleugnen von Fehlern und das Übergehen eigener Schwächen. Nach außen hin wird eine Rolle gespielt, die es unmöglich macht, ein Fundament für Vertrauen aufzubauen.

Daraus ergibt sich die Scheu vor Konflikten. Teams, denen es an Vertrauen mangelt, sind oftmals nicht in der Lage, Debatten zu führen, eigene Ideen einzubringen oder fruchtbare Diskussionen zu führen. Stattdessen entdecken Sie wahrscheinlich zurückhaltende Kommentare oder beiläufig erwähnte Kritik.

Der Mangel an einer gesunden Kommunikation führt zwangsläufig zu fehlendem Engagement. Warum sollte man für etwas arbeiten, das man so nicht wollte? Warum Kraft in ein Projekt stecken, wenn die eigenen Meinungen nicht gehört wurden? MitarbeiterInnen, die fehlendes Engagement an den Tag legen, werden wohl kaum mit vollem Einsatz und Interessen bei der Arbeit sein.

Dieser Mangel führt bei Teammitgliedern dann zur vierten Dysfunktion: Scheu vor Verantwortung. Ohne ehrliches Engagement für einen gemeinsamen Plan, scheuen Teammitglieder oft davor zurück, kritische Anmerkungen einzubringen oder Kollegen zu widersprechen, wenn deren Verhalten kontraproduktiv erscheint.

Ohne Verantwortung und Engagement gedeiht die fünfte Dysfunktion: Fehlende Ergebnisorientierung. Das bedeutet, dass Teammitglieder ihre eigenen Anliegen über die des Teams stellen. Zieht ein Team nicht am selben Strang, so gehen definierte Gruppenziele verloren – das gemeinsame Ergebnis rückt in den Hintergrund.

Selbsteinschätzung als Geheimwaffe

Erkennen Sie an dieser Stelle bereits, dass es Handlungsbedarf in ihrem Team gibt? Folgende Fragen können Ihre Einschätzung verdeutlichen:

  • Diskutieren die Teammitglieder leidenschaftlich und nicht zurückhaltend?
  • Weisen sich die Teammitglieder auf kontraproduktives Handeln hin?
  • Wissen die Teammitglieder, woran Ihre KollegInnen arbeiten?
  • Entschuldigen sich die Teammitglieder, wenn sie etwas Unpassendes oder Teamschädigendes gesagt/getan haben?
  • Bringen Teammitglieder auch Opfer für das Wohl des gesamten Teams?
  • Geben die Teammitglieder ihre Stärken und Schwächen offen zu?
  • Sind Teammeetings spannend und effektiv?
  • Haben die Teammitglieder nach einem Meeting das Gefühl, dass das ganze Team die gemeinsamen Ziele engagiert mittragen wird, auch wenn es Konflikte gab?
  • Erkennen Sie die Beeinträchtigung der Arbeitsmoral, wenn Gruppenziele verfehlt werden?
  • Werden bei Teamsitzungen bestehende Probleme angesprochen und zur Lösung diskutiert?
  • Ist es für Ihre Teammitglieder besorgniserregend, das Team im Stich zu lassen?
  • Wissen die Teammitglieder auch über das Privatleben Ihrer KollegInnen Bescheid bzw. unterhalten sie sich darüber?
  • Beenden Teammitglieder ihre Diskussionen mit klaren Beschlüssen und Plänen?
  • Hinterfragen Teammitglieder die Pläne und Herangehensweisen der anderen KollegInnen?
  • Die Teammitglieder suchen nur wenig Anerkennung für ihre eigene Leistungen, loben aber bereitwillig die Ideen ihrer Kollegen.

Über echtes Teamwork wird immer noch zu wenig gesprochen. Wenn auch Sie nun das Gefühl haben, dass Ihr Team Unterstützung zum Thema Teamwork benötigen könnte, kontaktieren Sie uns gerne – wir finden eine individuelle Lösung für Ihr Team.